Richard Platz

Kurzbiografie

Richard Platz Am 7. Februar 1886 kam Richard Platz im "Grünen Baum" als sechstes Kind seiner Eltern zu Welt. Nach vierjährigem Besuch der Volksschule wechselte er ins Progymnasium Edenkoben über. Hier erkannten die Zeichenlehrer die malerischen Fähigkeiten ihres Schülers und förderten sie im Rahmen des Möglichen. Diese besondere Zuwendung wurde zum Schlüsselerlebnis, das den weiteren Lebensweg vorzeichnete.

Richard Platz zog es nach Freiburg zu Verwandten, den Nachfahren des Kirchenmalers Karl Johann David Schneider, die eine Werkstätte für christliche Kunst betrieben. Hier erlernte er das Fassen der Figuren. Schon nach wenigen Jahren trieb ihn die Liebe zur Malerei zur Kunstakademie nach Karlsruhe. Nach deren Absolvierung kehrte er in seine Heimat zurück und richtete sich ein Atelier für Theatermalerei ein. Für den Katholischen Arbeiterverein schuf er eine Bühne, die eine der schönsten im weiten Umkreis war.

Richard Platz malte Winzerporträts, Alltagsszenen, Landschaften, pfälzische Fahnen, Vereinsprogramme, Wanderpläne, Flurkarten für die Schule und sonstiges. Durch seine Kunst wollte er Freude schenken, Verbindungen herstellen oder Teilnahme bekunden.
Als Kunstschaffender erhielt er zuweilen bedeutende Aufträge, unter anderem die malerische Ausgestaltung des Neustadter Bahnhofs.

Prospekt von Richard Platz: Das pfälzische Reben-Dreieck - Edenkoben Maikammer St. Martin Von 1914 bis 1918 tat Richard Platz im Waffenrock des 18. Bayerischen Regiments Frontdienst. Die Inflation und die folgenden Jahre führten ihn in ein entsagungsvolles Leben. Ihm kam es jetzt darauf an, den Beweis zu erbringen, daß ein musischer Mensch auch politisch denken kann. Neben der Malerei widmete er sich dem Vereinsleben. Mit ganzer Kraft diente er dem Verkehrs-, Verschönerungs- und dem Pfälzerwald-Verein. Mit seinem Freund Franz Christmann kurbelte er den Fremdenverkehr an, um seinen Mitbürgern einen lohnenden Nebenverdienst zu sichern. Er pflegte Begegnungen und Kontakte über die Pfalz hinaus, zu einer Zeit, wo das noch längst nicht in Mode war. Um St. Martin einen Namen zu geben, gestaltete er illustrierte Prospekte, Weinkarten und Plakate, die an Bahnhöfen und Plätzen der Städte auf seine Heimat aufmerksam machten. 20.000 illustrierte Prospekte, 10.000 Faltblätter über den St. Martiner Qualitätswein, und 7.000 Heimatbüchlein, betitelt "Das pfälzische Kleinod", nahmen auf seine Initiative hin ihren Weg durch ganz Deutschland, ja sogar über den Atlantik.

Seine besondere Wachsamkeit galt dem Schutz der Natur. Für ihn war die Landschaft keine Sache, sie war Dienst am Menschen. So ist Richard Platz einer der Großen unseres Dorfes geworden. Sein Leben und sein Werk bleiben unvergessen. Am 23. November 1932 riß ihn der Tod aus einem arbeitsreichen Leben. Die Gemeinde St. Martin ließ ihm in unmittelbarer Nähe der Kropsburg als Beweis ihrer Dankbarkeit ein Denkmal erstellen.

HOME