Kurzvorstellung St. Martins

Bewohner

Altersgruppen 1999  2005 
bis 9 Jahre  231  173
10-19  184  223
20-29  180  147
30-39 349  229
40-49 280  336
50-59  224  248
60-69  274  238
70-79  176  195
80-89  051  075
90-99  003  011
Alterspyramiden

Die ersten urkundlichen Daten zur demographischen Entwicklung des Dorfes St. Martin gehen in das 15. Jahrhundert zurück. Damals, es war im Jahr 1422, beschloß der Nürnberger Reichstag, den hundertsten Pfennig als Steuer zu erheben ("Gemeiner Pfennig"), damit Kriegsrüstungen im Kampf gegen die Hussiten und später zur Abwehr der Türken bereitgestellt werden konnten.
Das Schatzungsregister zur Erhebung der Türkensteuer listete in St. Martin im Jahr 1495 insgesamt 77 steuerpflichtige Haushaltungen auf. Genannt wurden Mann und Frau, Knechte und Mägde, erwachsene Söhne und Töchter, aber nicht die minderjährigen Kinder. Schätzungsweise dürfte die Zahl der Einwohner 300 betragen haben.
Am 13. Mai 1653 ließ der Fürstbischof nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges alle Bewohner St. Martins und deren Besitz erfassen. Die Gemeinde zählte 28 Haushaltungen, die mit neun Ausmärkern 128 Morgen Land bebauten. 59 Familien konnten nicht ermittelt werden.
Der Fürstbischof warb vorwiegend Südtiroler an. Sie waren es, die den Wiederaufbau St. Martins vorantrieben.
Die meisten waren Bauhandwerker und deshalb sehr willkommen. Die Familiennamen Schreieck, Platz, Seeber, vermutlich auch Schmidt oder Schmitt, weisen auf Tiroler Einwanderer hin.
Im Jahr 1666 grassierte die Pest. Viele Menschen fielen ihr in St. Martin zum Opfer. Der zeitgenössische Chronist berichtete:
"124 Menschen wohnen in St. Martin, wovon 52 Kinder und 17 Fremde. Sie bauen im ganzen 42 Morgen Ackerland und 60 Morgen Weingarten, mehr nicht, weil sie keine Kraft mehr haben. Sie machen alles nur mit eigenen Leuten und nur für den häuslichen Notbedarf. Im ganzen Dörfchen ist nur ein Taglöhner, 4 1/2 Ochsen haben sie und 42 Kühe und neuneinhalbtausend Gulden Schulden. In der ganzen Gegend ist nur eine einzige Kelter, die im fürstlichen Schloß zu Kirrweiler."

Jahr  Einwohner
1530  385
1756  861
1802 1138
1823 1443
1836 1490
1871 1496
1881 1680
1885 1759
1890 1819
1900 1845
1905 1831
1917 1711
1939 1938
1965 1955
1970 1955
1976 2010
1985 1853
1995 1937
1999 1952
2005 1875/1955

Im Jahr 1786 lebten im Dorf 160 Männer, 150 Frauen,
100 Söhne vom 1. bis zum 7. Jahr
60 Söhne vom 7. bis zum 15. Jahr
44 Söhne vom 15. bis zum 25. Jahr
40 Söhne vom 25. bis zum 35. Jahr
100 Töchter vom 7. bis zum 12. Jahr
60 Töchter vom 12. bis zum 24. Jahr
61 Töchter vom 24. bis zum 30. Jahr
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Summe: 775
(Die Kleinkinder weiblichen Geschlechts wurden nicht erfaßt.)
Davon waren:
  • 8     freie Bürger
  • 0     Fuhrfröner
  • 152 Handfröner
  • 37   Wittweiber
  • 12   Waisen
  • 2     Hintersassen
  • 0    Juden
Sie besaßen:
  • 0    Pferde
  • 0    Ochsen
  • 213 Milchkühe



1789 brach im Dorf eine Epidemie aus. In einem Jahr starben 74 Personen. Die Not zwang mehrere Einwohner, nach Ungarn und Cayenne auszuwandern. Am Hauptaltar der Kirche ließ man 1796 eine Gedenktafel mit u.a. folgender Beschriftung anbringen: "Bürger 80, Wittweiber 35".
1802 zählte die Gemeinde 1129 Bürger. Die Einwohnerzahl stieg von Jahr zu Jahr rapide. 1845 verzeichnete die Erhebungsliste 1610 Personen. Im Jahr 1871 wurden nur 1542 Einwohner aufgelistet, denn viele Menschen waren inzwischen nach Amerika ausgewandert oder wanderten immer noch aus.
Trotz hoher Geburtenrate stieg die Einwohnerzahl nur unwesentlich:

  • Im Jahr 1870 wurden 79 Kinder geboren
  • 1872 waren es 83
  • 1874 kamen 89 zur Welt
  • 1880 nur 60. Die Einwohnerzahl betrug 1670 Seelen
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