Kurzvorstellung St. Martins

Abriß der Ortsgeschichte

Aus römischer Zeit wurden in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts beim Römerbrunnen, in der Dorfmitte und im Umfeld der Kropsburg Funde gemacht. Die aussagekräftigsten, zwei beschriftete Altarsteine, berichten, daß die Soldaten unter dem Schutz der Gottheiten Diana und Apollo standen.
Wie alt St. Martin ist, bezeugt keine Urkunde. Seine Ursprünge reichen in das 7. und 8. Jahrhundert zurück. Diese Annahme stützt sich auf seinen Namen "St. Martin", dessen Träger der hl. Bischof von Tours ist. Er weist auf ein frühes Heiligtum der fränkischen Landnahmezeit hin.
Bis zum Ende des 11. Jahrhunderts ist die Geschichte des Dorfes ins Dunkel gehüllt. Erst mit dem Bau der Kropsburg, vermutlich 1196/97, rückt St. Martin in das Licht der Geschichte.
Verschiedene Familien waren Träger des Namens "von Crophesberc": Lichtenstein, Dahn, Hoheneck, Friesenheim, Altdorf, Lachen und Odenbach. Im Jahr 1237 war der Speyerer Bischof Conrad von Eberstein Mitinhaber der Burg.
In seinem Werden hatte der Ort gleich den anderen Siedlungen unseres Raumes mancherlei Kriegsschicksale, Einbußen und Seuchen zu ertragen. Eine gelenkte Zuwanderung, besonders nach dem Dreißigjährigen Krieg, legte die Grundlage für eine Aufwärtsentwicklung des Ortes. In den letzten hundert Jahren wuchs die Einwohnerzahl auf 2.000 Bürger an. Diese Ausdehnung der Gemeinde zeigt sich entlang den Zugangsstraßen und längs der Totenkopfstraße. In jüngster Zeit in der Erschließung neuer Wohngebiete.
Zahlreiche Wochenendhäuser, besonders auf dem linken Talhang, die allerdings das Landschaftsbild beeinträchtigen, kennzeichnen die wachsende Bedeutung dieser Pforte zum größten Naturpark der Bundesrepublik Deutschland, den Pfälzerwald.

Daten zur Ortsgeschichte
  • 1196/97 Vermutliche Erbauung der Kropsburg
  • 1203 Die Größenordnung der Pfarrei drängt zur Selbständigkeit
  • 1284 Die Kropsburg leistet der Stadt Speyer wirksame Hilfe
  • 1330 Bischof Walram von Speyer verpfändet St. Martin, Weyher und Rietburg an die Witwe seines Neffen
  • 1334 Bischof Gerhard von Speyer verpfändet St. Martin mit Weyher und Rietburg an den Propst zu Wimpfen
  • 1349 Bischof Gerhard verkauft St. Martin, Weyher und die Rietburg mit allen Leibeigenen, Rechten und Zehnten an das Domkapitel
  • 1388 Der Bischof von Speyer, Nikolaus von Wiesbaden, erwirbt die verkauften Dörfer St. Martin, Weyher und die Rietburg wieder zurück
  • 1439 Hans von Odenbach verkauft seinen Burganteil an die Herren von Dalberg
  • 1495 Die Gemeinde erstellt das Schatzungsregister zur Erhebung der Türkensteuer; 77 Familien werden aufgelistet
  • 1529 Der sogenannte "Englische Schweiß" breitet sich über ganz Deutschland aus und fordert viele Todesopfer. Nur St. Martin bleibt von der Seuche völlig verschont. Fürsten und Adelige suchen Zuflucht auf der Kropsburg.
  • 1599 Ein neues Schulhaus wird erstellt
  • 1666 Die Pest bricht aus. Nur 125 Personen wohnen in St. Martin
  • 1689 Die Kropsburg geht in Flammen auf. Die Dalberger beziehen ihr Schloß in Essingen
  • 1744 Das Langhaus der Kirche wird abgetragen und neu erstellt
  • 1745 Errichtung des Wetterkreuzes und der Ottilienkapelle auf dem Wetterberg, bzw. Ottilienberg
  • 1779 Einweihung der Kirche
  • 1827 Erbauung des neuen Rathauses
  • 1831 Der neue Friedhof wird eingesegnet
  • 1851 Die Feuerwehr wird ins Leben gerufen
  • 1879 Ein neues Schulhaus wird nördlich der Kirche erstellt
  • 1880 Feierliche Einweihung des neuen Schulhauses
  • 1889 Erweiterung der Kirche
  • 1891/92 Das Dorf erhält eine Wasserleitung
  • 1892 Die erweiterte Kirche wird eingeweiht
  • 1899 Die Straße nach Edenkoben wird ausgebaut und ins Distriktsstraßennetz aufgenommen
  • 1902 Eröffnung eines Postlokals
  • 1902 Gründung des Winzervereins
  • 1902 Errichtung einer Nähschule und Kleinkinderanstalt
  • 1905 Das elektrische Licht wird eingeführt
  • 1912 Die Schule wird erheblich erweitert
  • 1912 Errichtung der Mariengrotte
  • 1923 Das Kriegerdenkmal wird erstellt
  • 1930 Die 1. Turnhalle wird in Dienst gestellt.
  • 1933 Die Kreis- und Stadtsparkasse Edenkoben eröffnet im Gasthaus zur Krone eine Zweigstelle
  • 1945 Die Militärregierung genehmigt den 2. November als örtlichen Feiertag
  • 1954 Gründung der KAB-Blaskapelle
  • 1966 Das Martinusfest wird live im Fernsehen übertragen.
  • 1970 Die Friedhofskapelle wird eingeweiht
  • 1976 Aus dem früheren Gasthof zum 'Goldenen Wolf' wird ein 'Haus des Gastes'.
  • 1982 Einweihung des Ferien- und Freizeitgebietes "Im Stöckelfeld"
  • 1988 Anerkennung als staatlich anerkannter Luftkurort nach dem Kurortegesetz
  • 1991 Bundeswettwerb "Unser Dorf soll schöner werden": St. Martin wurde mit einer Silberplakette ausgezeichnet.
  • 1998 Sanierung der 'Alten Kellerei' als Rathaus abgeschlossen.
  • 2003 Die Pfarrei feiert ihr 800jähriges Stiftungsfest.
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