V. (2)

 

mutet hatte. Schwacher halber Herbst. Verkauf im allgemeinen gut.

1890.

Februar 16.: Weinverkauf in 1889er sehr flau, obwohl die Qualität sehr gut ist. Preis per 1000 Liter 460-510 Mark. Original 88er (sauer) sind sehr gesucht zu 280-300 Mark.

Juni 15.: Der Heuwurm stark aufgetreten, sogar auf dem Wingertsberg.

Juli 1.: Mitte der Traubenblüte.

8.: Am Schluß der Traubenblüte kaltes, regnerisches Wetter. Die meisten Träubchen sind jedoch angewachsen. Die Reben zeigen eine solche Menge Träubchen, daß Hoffnung auf einen vollkommenen Herbst gehegt wird. Es ist nur zu wünschen, daß der Heu- und Sauerwurm keinen Strich durch die Rechnung macht.

19.: Trauben halb ausgewachsen. Aussichten quantitativ vielversprechend; die Qualität wird indes viel zu wünschen übrig lassen, da die Witterung nicht nach Wunsch ist.

August 16.: Die Portugieser fangen sich an zu färben.

20.: Helle Beeren werden gefunden. Sauerwurm unbedeutend.

September 19.: Die Herbstaussichten haben sich durch das günstige Wetter qualitativ gebessert. Portugieser fast alle schwarz.

Oktober 6/7: Lese der Portugieser. Preis 10 und 11 Mark die Logel zu 40 Liter. Mostgewicht im Durchschnitt 65 Grad.

10.: Für 89er Weine, von denen hier noch schöne Auswahl lagert, werden 400-450 Mark verlangt.

16.: Beginn der allgemeinen Weinlese. Voller Herbst, mittelmäßige Qualität, 60-75 Grad. Der Wein übertrifft den 87er, kommt dem 89er nahe. Preis per Logel Most 7,50-8,50 Mark, 1000 Liter

Wein 220-240 Mark. Großartiges Geschäft, Preise beständig steigend.

November 1.: Heutiger Preis des Neuen 250 bis 260 Mark.

1891.

Januar: Der heurige Winter ist lang anhaltend, streng und kalt, so daß sich eines solchen kaum jemand erinnert. Der Rhein blieb lange zugefroren. 10-11 Gr. R. Kälte kamen hier öfter vor, in Maikammer 13 Gr. Es wird vermutet, daß die Reben bedeutend Not gelitten haben.

Mai: Es stellt sich heraus, daß die Reben im Winter allenthalben Schaden gelitten haben. Viele bleiben aus; die alten Wingerte sind besonders hart mitgenommen. In einigen Lagen ,wie im Ueberfeld zeigen sich ganz kahle Strecken, in denen die Reben oben überhaupt nicht ausgeschlagen haben. Es wird mit einem schwachen Herbsterträgnis gerechnet.

Juli 1.: Beginn der Traubenblüte; durch schlechte Witterung verzögert.

17.: Ende der Traubenblüte.

September 29.: Verkauf in Portugiesermost per Logel 12-14 Mark, weiße Vorlese 14 Mark.

Oktober 14.: Durch das günstige Wetter der jüngsten Zeit haben sich die Trauben schön entwickelt. Sie sind vollständig gesund, da die Blattfallkrankheit hier nur unbedeutend aufgetreten ist.

Die alten Weine sind sehr begehrt. Die 90er kosten 320-400 Mark, 89er 470-530 Mark per 1000 Liter.

19.: Beginn der allgemeinen Weinlese. Ein Viertelherbst. Qualität mittelmäßig; 65-70 Gr. Preis per Logel 14 Mark, 1000 Liter Wein 380 bis 420 Mark. Geschäft lebhaft; der größte Teil der Ernte wird im Herbst verkauft.

Dezember: Preis des 91er Weines geht zurück auf 350-400 Mark.

1892.

Juni 7.: Vereinzelt werden Traubenblüten gefunden.

18.: Die Reben stehen allgemein in Blüte. Die Witterung war bis jetzt für die Reben außergewöhnlich günstig.

September 27.: Portugieserherbst. Preis per Logel 12-13 Mark. Qualität sehr gut, 70-80

Grad. Weißer Gartenmost wurde verkauft zu 13½-15 Mark.

Oktober 4.: In St. Martin wird eine Post- und Telegraphenstation errichtet mit täglich zweimaliger Postomnibus-Verbindung.

6.: Die Trauben sind so schön und reif, daß man einen Wein erwartet, der dem 1865er nicht viel nachstehen wird.

1889er Weine kosten 470-520 Mark, 1890er und 91er 340-420 Mark per 1000 Liter.

10.: Allgemeine Weinlese. Quantum Dreiviertel-Herbst. Qualität sehr gut, 80---90 sogar bis 105 Grad. Preis per Logel 15-l6 Mark, 1000 Liter Wein 450 Mark. Das Herbstgesschäft ziemlich lebhaft.

1893.

Januar. Lang andauernde Kälte bis 14 Gr. R. Der Rhein zugefroren. Wurzeln der Reben haben Schaden gelitten.

22. April. Dieses Frühjahr war für die Reben sehr günstig.

1. Mai. Die Reben sind gegen einen gewöhnlichen Jahrgang vier Wochen voraus.

2. Mai. Anfang der Traubenblüte.

15. Juni. Blüte gut verlaufen; ein reicher Herbst in Aussicht. Lang andauernde Hitze und große "Trocknung" im ganzen Land. Große Futternot.

4. Juli. Helle Beeren gefunden. Stets außergewöhnliche Hitze; im Schatten 25-28 Gr. R. Fast gar keinen Regen. Die Trauben machen bei dem trockenen Wetter schlechte Fortschritte.

20. Sept. Lese der Portugieser. Preis per Logel 10-12 Mk. (40 Liter). Da das Quantum zu groß ausfiel, war die Qualität teilweise gering, 65-75 Grad.

22. Sept. Großer Hagelschlag, wie es niemand um diese Jahreszeit gedenkt. St. Martin, Maikammer und Edenkoben wurden am härtesten betroffen. Nach Gemeinderatsbeschluß durften die beschädigten Lagen sogleich geherbstet werden. Die meisten Winzer gingen sofort an die Lese, was auch von Vorteil war. Vielfach war die Ansicht verbreitet, der Wein bekäme durch. den Hagel einen Abgeschmack. Dies trat indes nicht eina weil die Trauben bereits reif gewesen.

Der Kirchberg, der mit vollem Herbst behangen, war am stärksten mitgenommen. Der Anblick war nach dem schrecklichen Unwetter ein schmerzlicher. Wäre dieses Wetter nicht gekommen und hätten die Trauben noch drei Wochen hängen bleiben können, so hätte es einen Ausstichwein gegeben. Die Reben waren in diesen Bergwingerten sehr gesund gewesen, hatten gesunde Wurzeln und ihre volle Kraft, was in unsern Hauptwingerten im Feld nicht so der Fall

gewesen war. Dort hatten die Wurzeln bei der letzten Winterkälte stark gelitten und die Reben zeigten nur schwache Triebe und kurzes Holz. Trotzdem waren wir mit dem Herbsterträgnis sehr zufrieden.

2. Oktober. Allgemeiner Herbst. Quantum ¾ Herbst; 70-80 Grad Mostgewicht. Preis der Logel Most 10 Mk., per 1000 Liter Wein 300 bis 310 Mk. Geschäft sehr lebhaft. Nur die Württemberger fehlten, da es überall sehr viel Wein und viel Obst gab. Wein vom Jahr 1892 stand im Preis auf 400-460 Mk.

1894.

Januar. Plötzlich eingetretene Kälte bis 14 Gr. R.

18. Juni. Der Stand der Reben befriedigt nicht. Der Durchfall nach der Blüte war bedeutend. Die Portugieser machten eine Ausnahme.

27. Sept. Portugieserherbst. Qualität gering, 65-75 Grad nach Oechsle. Der Trebermost wird verkauft zu 7 Mk. und 7.50 Mk. die Logel (40 Lit.)

2. Oktober. Infolge der ungünstigen Witterung wird bei den Trauben in tiefer gelegenen Lagen Fäulnis befürchtet. Maikammer, Diedesfeld und Hambach haben bereits in dieser Woche mit der Weinlese begonnen.

8. Oktober. Allgemeine Weinlese in St. Martin. Jm weitaus größtem Teil der Gemarkung

sind die Trauben gesund. Qualität gering. Quantum ¼ bis ein Drittelherbst. Preis der Logel 8.25-8.50 Mk., 1000 Liter Wein 250-260 Mk. Die älteren Weine haben in der letzten Zeit etwas angezogen. Es kosten 93er 300-350 Mk., 92er 380-450 Mk.

1895.

Januar. Strenger Winter.

Schlechtes Frühjahr.

Juli. Ausgezeichnete Witterung. Im Anfang dieses Monats hatte alles verblüht.

20. August. Bei der günstigen Witterung gehen die Trauben rasch ihrer Reife entgegen.

25. Sept. Portugieserherbst. Qualität ausgezeichnet. Preis per Logel 14 Mk.

5. Oktober. Unsere Reben sind durchgehends stark belaubt und frisch grün, die Trauben so schön wie selten. Von älteren Weinen kosten 92er 400 bis 500 Mk., 93er 380-420 Mk., 94er 300-350 Mk.

10. Oktober. Beginn der allgemeinen Weinlese; zirka ein Drittelherbst. Qualität ausgezeichnet. Mostgewicht 85-95 Grad. Preis per 1000 Liter Wein 450-470 Mk. Das Herbstgeschäft befriedigt. (Die Firma Linzenmeier wurde vor dem Herbst unter Nummer 164 an das öffentliche Telefonnetz angeschlossen; erstes Telefon im Dorf.)

1896.

9. Juli. Schluß der Traubenblüte. Witterung sehr schlecht.

1. Oktober. Portugieserherbst. Großen Quantum, die Trauben unreif und faul. Liebhaber waren fast keine da. Die Winzer mußten beinahe alles einlegen. Wenig nur konnte verkauft werden zu 4-5 Mk. die Logel (40 Liter).

Die übrigen Wingerte sind frei von jeder Krankheit. Oidium (grauer Pilz) wurde frühzeitig unterdrückt und Peronospora (Blattfallkrankheit) ist hier nicht aufgetreten.

Der größte Teil unserer Gemarkung liefert ganz gesunde Trauben, nur in tieferen Lagen hat durch die anhaltende Nässe Fäulnis angesetzt.

7. Oktober. Allgemeine Weinlese. Quantum ¾ Herbst. Qualität gering, 55-65 Grad Mostgewicht. Preis per Logel 6-7 Mk., per 1000 Liter Wein 180-190 Mk. 1892er und 93er Weine kosten 390-450 Mk., 1895er 430-470 Mark. Das Weingeschäft ist schleppend.

1897.

7. Juni. Beginn der Traubenblüte. Heuwurm stark aufgetreten. In manchen Lagen sind fast alle Sämlinge vernichtet.

8. August. Der Sauerwurm macht großen Schaden.

20. August. Portugieser gefärbt und die weißen Trauben gehen rasch der Reife entgegen, da solche sehr dünn hängen.

September. Andauernd schlechtes Wetter.

14. Sept. Portugieserherbst. Fäulnis bedeutend. Die gesunden Portugieser waren schön schwarz; auch das Mostgewicht nicht schlecht, 70, sogar 80 Grad. Preis per Logel 6-6.75 Mk.

23. Sept. Infolge der anhaltenden schlechten Witterung läßt sich der Herbst nicht weiter hinausschieben, da das ohnehin schon kleine Quantum in den niederen Lagen immer mehr abnehmen würde. Einige Orte der Umgebung haben wegen eingetretener Fäulnis bereits mit der Lese begonnen.

27. Sept. Allgemeine Weinlese. Quantität gering - ¼ Herbst. Fast überall Fäulnis. Der Most hatte daher kein schönes Aussehen. Preis per Logel 40 Liter 8.25-9.25 Mk., neuer Wein pro 1000 Liter 260-280 Mk.

Mostgewicht 70-90 Grad.

96er Naturweine 220-230 Mk.

Aeltere Weine werden bei "Produzenten jetzt rar und kosten 350-500 Mk."

Allgemein schlechtes Geschäft. Es mußte auch von kleinen Winzern, die ihren Most nicht verkaufen konnten, viel Neuer eingelegt werden. Durch die heiße Witterung kam dieser zu rasch in Gärung und erhielt ein Aussehen, das ihn unverkäuflich machte. Dieser Wein wurde vielfach im Faß braun und krank. In derartigen Jahrgängen

ist darauf zu achten, daß der Most so rasch wie möglich gekeltert und die Gärung im Faß gleichmäßig vor sich geht. Lagerfaß etwas schwefeln. (Diese Weine sind fuchsig.)

1898.

Januar. Winter sehr gelind, fast kein Eis und Schnee. Es konnte in den Weinbergen beständig gearbeitet werden. Im Weinverkauf sehr ruhig.

Februar: Regeres Weingeschäft.

März: Großhändler der Umgegend kauften hier große Posten Originalweine: 97er zu 260-290 M, 96er zu 200-230 M.

Mai: Trotz des schlechten Wetters stehen die Weinberge schön. Sie zeigen reichen Samenansatz. Heuwurm stark aufgetreten.

Juli: Mitte der Traubenblüte. Schlechtes Wetter.

August: Schlechte Herbstaussichten.

September: Das Wetter wird besser und die Hoffnungen steigen.

1. Oktober: Die Portugieser haben sich bei dem günstigen Wetter noch gut entwickelt, sind vollständig gesund und schön reif.

6. Oktober: Lese der Portugieser. Quantität voller Herbst. Qualität gut. Preis per Logel 12-13M.

10. Oktober: Während viele andere Weinorte dieses Jahr eine Mißernte verzeichnen müssen,

macht St. Martin eine erfreuliche Ausnahme. Die Reben hiesiger Gemarkung sind in Laub und Wurzeln gesund und für dieses Jahr auch zufriedenstellend mit Trauben behangen. Es gibt voraussichtlich einen trinkbaren Mittelwein.

17. Oktober. Allgemeiner Weißweinherbst. Eine Drittel-Ernte. Qualität mittel, 60-70-80 Grad. Mittelpreis 13½ M per Logel, 1000 Liter Wein 400-440M.

Das Lager in alten Weinen hat sich in letzter Zeit stark gelichtet. Diese kosten 320-450-500 M. Geschäft schleppend.

1899.

Januar: Das Weingeschäft ist sehr ruhig.

April: Weinverkauf etwas lebhafter.

Juni: Witterung kühl und regnerisch. Dadurch verzögert sich die Traubenblüte.

9. Juli: Angewachsene Träubchen und noch Blüten. Alles sehr ungleich. Ziemlich Durchfall. Heuwurm mäßig aufgetreten. Das Wetter bessert sich. Die Reben vollständig gesund. Die Trauben machen rasche Fortschritte.

6. August: Auf Kirchweihsonntag nachmittags 3 Uhr furchtbares Gewitter mit Wolkenbruch im Walddistrikt Frauenbrunnen. Das Wasser ging am Gasthaus "Zum Wolf" bis an die Fensterbänke. Mehrere tausend Kubikmeter Sand und Geröll wurden in das Dorf geschwemmt, darunter

Steine von 25 Zentner Schwere. Schießstand und Zuckerbuden wurden zertrümmert und fortgeschwemmt.

Die Weinberge haben keinen Schaden gelitten.

28. September: Beginn des Portugieserherbftes. Voller Herbst. Qualität mittel. Preis per Logel 8-8,25 M. Alles wurde als Trebermost verkauft.

6. Oktober: Der Behang an weißen Trauben ist in unserer Gemarkung so schön wie noch selten. Die Reben sind von jeder Krankheit frei. Der Sauerwurm hat uns verschont.

11. Oktober: Weißherbst. Ein voller Herbst Qualität mittel. Preis per Logel 10 M, per 1000 Liter Wein 300 M. Aeltere Weine sind wenig mehr vorhanden; in 98er dagegen ist noch Auswahl. Für diesen werden 360-400 M verlangt.

Sehr lebhaftes Herbstgeschäft.

1900.

Januar: Die Weinpreise steigen; 400 M per 1000 Liter Wein.

Mai: Schlechtes Wetter. Vegetation sehr zurück.

Juni: Gutes Wetter. Ende des Monats die Trauben gut verblüht. Großartiger Traubenbehang,.

Juli: Sehr heiß.

27. September: Beginn des Portugieserherbstes. Qualität und Quantität befriedigen sehr. 70-80 Grad; Mostgewichtpreis per Logel Most 7-7,50 M.

4. Oktober: Unsere Trauben vollständig gesund. Manche Produzenten, denen der Preis für den Portugiesermost zu niedrig gewesen, haben diesen gekeltert und verlangen jetzt 250-290 M per 1000 Liter Wein.

8. Oktober: Weißherbst. Dreiviertel-Ernte. Qualität gut. 70 Grad Preis im Anfang 8-8,50 M, stets steigend bis 10,50 und 11 M. Wein 270-290 Mark per 1000 Liter. Aeltere Weine 320-400 M.

Geschäftsgang mittelmäßig.

1901.

Januar: Sehr kalt; hier bis 10 Gr. R., am untern und obern Gebirg bis 16 Gr. R. Kälte.

4. August: Die Weinberge stehen wundervoll; ein guter Herbst in Aussicht.

September: Kaltes Wetter, Regen; die Trauben fangen an zu faulen. Deshalb muß am 18. mit dem Portugieserherbst begonnen werden. Mostgewicht 50-60 Grad. Preis per Logel 5-6 M. Das Geschäft wurde am Schluß lebhaft. Alles ausverkauft. Wegen der Fäulnis wird in der Umgegend auch mit dem Weißherbst begonnen.

30. September: Hier beginnt der Weißherbst. Im hiesigen Feld sind die Trauben gesund. Doch ist die Blattfallkrankheit stark aufgetreten. Ein weiteres Hinausschieben der Lese erscheint nicht mehr ratsam. Schönes, warmes Wetter. Quantität Dreiviertel-Herbst. Mostgewicht 50-70 Gr.

Altes Herrschaftshaus in der Ameisengasse

Mittelpreis 8 M die Logel zu 40 Liter. Neuer Wein 240-250, später 220-230 M per 1000 Liter. Das Geschäft geht flau; es wurde viel Wein eingelegt. Letztjährige Weine lagern noch ziemlich bei Produzenten. Die Preise dafür sind 300-350 M.

November: Im Spätjahr gute Witterung.

Dezember: Winter mild; flaues Weingeschäft.

1902.

7/8. Mai: Frostschäden; infolgedessen starke Nachfrage nach Naturweinen, besonders nach 1901er. Preis 210-250 M.

3. Oktober: Portugieserherbst. Quantität und Qualität zufriedenstellend. Das ganze Quantum hat raschen Absatz gefunden. Die Logel zu 8,50 9,50 M.

16. Oktober:Weißherbst.Eindrittel-Ernte.

Heu- und Sauerwurm waren nur unbedeutend aufgetreten. Qualität gut, 70-80 Grad. Preis per Logel 9,50-11 M, per 1000 Liter. Wein 310 bis 330 M. Alte Naturweine kosten: 1900er 350 bis 400 M, 1901er 250-270 M.

November: Früher Winter.

1903:

11. Juli: Trauben gut verblüht.

28. September: Portugieserherbst. Eine halbe Ernte. Preis 6-6,50 M per Logel.

8. Oktober: Weißherbst. Quantität ein guter halber Herbst. Durchschnittlich sind unsere Reben

gesund und grün belaubt, was dieses Jahr sehr zu beachten ist. Es wird allgemein gesagt, daß unsere Gemarkung heuer wieder zu den allerbesten am Gebirge zählt. In Qualität wird der Neue dem letztjährigen ziemlich nahekommen namentlich in unsern guten Lagen, wo die Trauben gesund sind und in den letzten Tagen Fortschritte in der Reife gemacht haben. Im übrigen ist die Qualität unter mittel. Preis per Logel 7,50-8,25 M, per 1000 Liter Wein 235-250. In alten Weinen hier noch ziemlich Vorrat: 1900er 330-360, 1901er 250-260, 1902er 300-320 M.

1904.

12. September: Portugieserherbst. Quantum einen halben Herbst, 70-80 Grad. Preis per Logel 7-7,50 M.

22. September: Weißherbst. Einen halben Herbst. Qualität gut, 70-80 Grad. Preis per Logel 8-9 Mark, 1000 Liter Wein, gekeltert 250-260 M.

Alte Weine 240-400 M.

1905.

Mai: Weinberge sehr schön, versprechen großen Ertrag.

10. August: Gegen Mittag großes Unwetter mit Hagelschlag, die ganze Vegetation unserer ganzen Gemarkung verheerend. Große Eisstücke, wie es keinem Menschen gedenkt, prasselten hernie-

der. An unserem Anwesen 93 Fensterscheiben und 34 große Glasscheiben auf dem Glasdach zerschlagen. Zink auf dem Dachwerk durchlöchert, Ziegeln massenhaft zerschlagen. Hochwasser bis beinahe an die Fensterbänke. Abends 9 Uhr abermals Wolkenbruch mit Hochwasser. Das Wasser strömt zum Tor und durch das Dach herein. Alles in größter Bestürzung. Ein Herbst, so groß und schön, wie er uns nur selten vor Augen stand, wurde in wenigen Minuten so reduziert, daß ein großer Teil unserer Gemarkung kaum ein Achtel-Erträgnis liefern wird. Nur in einigen Lagene hofft man hier noch auf einen Drittelherbst.

Rebstöcke und Obstbäume schwer beschädigt. Wunderschöne und starke Obstbäume sterben infolgedessen ab. Die Vögel wurden beinahe sämtlich erschlagen. Unser amtlich angegebener Schaden beträgt an Haus, Gut und Erträgnissen 2600 M. Ebensogroß ist aber auch unsere Einbuße im Geschäft. - Der Schaden in hiesiger Gemeinde wird amtlich auf 900 000 bis 1 Million M geschätzt.

2. Oktober: Herbstanfang. Infolge des Hagelschlags hat der Trebermost zu wenig Brühe. Es geht fast kein Geschäft. Quantum ein Achtelherbst. Qualität 60-70 Grad. Neuer Wein per 1000 Liter 250 M.

Das Geschäft in alten Weinen war bis jetzt sehr schleppend. Die erwartete Preissteigerung ist noch

wenig eingetreten. Zu 260-350 M hat man immer noch schöne Auswahl, zu 400-500 M sind bessere Weine auch noch erhältlich.

Dezember: An die notdürftigen Hagelbeschädigten, ca. 300 Bürger hier, wurden über 16 000 M verteilt. Die Summe bestand aus Geldern, die durch freiwillige Sammlungen im Land und durch Kreiszuschüsse eingegangen waren.

Vom Landag wurden zinsfreie Darlehen bewilligt; später sollen hier über 100.000 M verteilt werden.

Nachdem es im Weingeschäft sehr schlecht ging, waren die neuen Weine billig zu kaufen. Plötzlich stellten sich Liebhaber ein, da sich der neue Wein besser baute, als man vermutet hatte. Von Hagelgeschmack war nichts zu merken. Es wurde ziemlich Wein aufgekauft zu 200-220 M.

1906.

März: Verteilung der zinsfreien Darlehen. "Bei der Verteilung wurde nicht sehr gewissenhaft umgegangen." Es gab viele Unzufriedene.

April: Anwesenheit von Regierungspräsident Exz. von Neuffer und mehreren Beamten zur Beratung wegen Anlegen von Horizontalgräben im Gebirg zur Verhütung von Hochwasser.

1. Juli: Die Reben haben sich infolge des feuchten Frühjahrs trotz der Wunden vom letztjährigen Hagel gut erholt. Traubenblüte ziemlich beendet. Es ist Aussicht auf einen halben Herbst. Heu- und Springwurm waren aufgetreten, doch nicht so bedeutend.

Die Blattfallkrankheit hat sich über das ganze Land verbreitet. Die Weinpreise, die bis jetzt niedrig waren, 240-260 M für 1905er, gingen vom 1. August an rapid in die Höhe.

1.September: Die Herbstaussichten werden von Tag zu Tag schlechter. Wer nicht frühzeitig mit Kupferkalkbrühe gespritzt, hat wenig und schlechte Trauben; wer rechtzeitig und öfter gespritzt, hat schöne, grün belaubte Reben und gesunde Trauben. Hier wurde im allgemeinen etwas zu spät gespritzt, da wir in den früheren Jahren von dieser Blattfallkrankheit immer mehr verschont geblieben waren gegenüber den tiefer gelegenen Orten der Umgebung.

17. September: Portugieserherbst. 70-75 Grad; per Logel 12-13 M. Quantität klein ausgefallen.

24. September: Nach Beschluß des Gemeinderats darf von heute ab im östlichen Teil unserer Gemarkung, wo die Trauben abgängig sind und auch nur ein minimales Erträgnis erwartet werden kann, vorgeherbstet werden.

1. Oktober: Allgemeiner Weißherbst; ebenfalls klein ausgefallen, kaum ein Achtelherbst. 65-75 Grad, per Logel 12,50-13 M per 1000 Liter Wein 400-420 M. Der stark aufgetretene Sauerwurm hat mitgeholfen den Herbstausfall zu schmälern.

Geschäft ziemlich lebhaft. Die alten Weine haben im letzten Vierteljahr bedeutenden Preisaufschlag erfahren; die Auswahl ist nicht mehr sehr groß, doch immer noch Vorrat vorhanden im Preis von 350-500M.

Nach dem Herbst wurden die neuen Naturweine bald alle aufgekauft zu einem Preis bis zu 450 M per 1000 Liter.

1907.

August: Die Witterung in diesem Sommer außergewöhnlich trocken. Der Heuwurm macht daher unbedeutenden Schaden.

26.September: Portugieserherbst. Qualität sehr gut. Die Trauben vollständig ausgereift. Quantität ½ Herbst. Preis per Logel M. 12½ bis 13½.

10.Oktober: Allgemeiner Weißherbst. Die Trauben sind hier ausnahmsweise und außergewöhnlich schön und gesund. Quantität ½ - ¾ Herbst. Qualität sehr gut, 60-90 Grad. Infolge der schönen Ware ein sehr lebhaftes Geschäft.

Preis per Logel Mk. 15, Bergmost Mk. 16. Neuer Wein Mk. 440-470 per 1000 Liter. Alte Weine Mk. 450--500.

1908.

16.September: Portugieserherbst: Zufriedenstellend. Eine halbe Ernte, per Logel 12½-13 Mark 60-70 Grad Mostgewicht.

1. Oktober: Allgemeiner Herbst. Unsere Reben haben ein gutes Aussehen. Der größte Teil der Trauben ist dementsprechend gesund. Der Sonnenschein in jüngster Zeit war von sehr guter Wirkung. Eine halbe Ernte. Die Qualität kommt einem mittleren Jahrgang gleich. 70-75 Grad. Die Logel Most 14 Mk., 1000 Liter Wein 410 bis 430 Mk. Verkauf war gut. 1907er Wein 460-520Mk.

1909.

22. September: Portugieserherbst: Schlecht und wenig. Die Logel Most 7 Mk.

27. September: Allgemeiner Herbst. Die Weinlese läßt sich nicht länger mehr hinausschieben. Infolge des stark aufgetretenen Sauerwurms tritt Fäulnis ein. Das Herbsterträgnis wird jeden Tag weniger. Einzelne Lagen weisen einen zufriedenstellenden Behang an Trauben auf. Der Gesamtertrag war indes schlecht und klein. Preis der Logel Most 8¼ - 8½ Mk. Die Preise sind aber trotz der schlechten Qualität rasch in die

Höhe gegangen. neuer Wein, der anfangs Mark 310 per 1000 Liter kostete, stieg auf Mk. 400.

In alten Weinen ging vor der allgemeinen Weinlese das Geschäft schlecht. Die Preise für solche waren 390-430-500 Mark.

1910.

21. September: Herbstbeginn. Ausfall der Ernte quantitativ und qualitativ schlecht. Ein großer Teil der Gemarkung zeigt noch gesunden, schönen Traubenbehang; daselbst noch einen halben Ertrag. Im Gesamtdurchschnitt aber hat die Gemeinde nur ¼ Ernte. Die Qualität ist besser wie im vorigen Jahr. Sehr hohe Preise. Die Logel Most 18-21 Mk., das Fuder Wein 600 M. Alte Weine kosten 600-700 Mk.

1911.

24. April: Stand der Weinberge ausgezeichnet. Außergewöhnlich heißer Sommer.

2. Oktober: Allgemeiner Herbst. Unsere Gemarkung zählt mit zu den schönsten am ganzen Gebirg. Der Herbst ist in jeder Beziehung sehr gut. Qualität des 1911er vorzüglich, ein Ausstichwein wie vor hundert Jahren. (1811). Preis des Weines 480-550 Mk. Alte Rot- und Weißweine von 560 und 570 Mk.

1912.

7. Oktober: Allgemeiner Herbst. Der Traubenbehang ist in unserer Gemarkung so schön wie

noch selten. Die Reben sind von jeder Krankheit frei. Der Sauerwurm hat uns vollständig verschont. Wir konnten daher den Herbst soweit hinausschieben, während Maikammer, Diedesfeld u. s. w. schon vor acht Tagen damit beginnen mußten. Quantität ein guter ¾ Herbst; Qualität ein Mittelwein. Der Rotweinherbst war ebenfalls befriedigend. Mostgewicht von 70-80 Grad nach Oechsle. Neuer Wein 450 Mk., 1911er von 625 Mk. an, ältere Jahrgänge ab 530 Mk.

1913.

25. September: Allgemeine Weinlese. Es läßt sich diese nicht länger mehr hinausschieben, da sich durch das anhaltende Regenwetter der Ertrag immer mehr verringern würde. Ein großer Teil unserer Gemarkung ist im Behang sehr schön. Der Durchschnitt ist aber nur ¼ Herbst. Die Qualität gering, etwas besser wie 1912. Der neue Wein kostet 380-400 Mk., alte Weine werden zum Preis von 380 und 400 Mk. an gekauft.

1914.

Oktober: Herbstergebnis in St. Martin sehr klein. Qualität etwas besser wie 1913. Preis 380-400 Mk. per 1000 Liter Wein.

1915.

20. September: Der Traubenbehang in unsern Hauptweinbergslagen so schön wie nur selten. Von

Hagel blieb unsere Gemarkung vollständig verschont. (Hagel in Edenkoben, Edesheim im Juni). Portugiesermaische 70-80 Grad, Preis 17 bis 18.50 Mk. Dieser blieb größtenteils am Platze. Weißweinherbst stellt sehr zufrieden, guter halber Herbst. Qualität sehr gut, der von 1911 ähnlich. Preis per 1000 Liter Wein 510-570 Mk. Alte Weine 520, 650 Mk. und höher.

1916.

Oktober: Herbstausfall. Quantum sehr klein. Qualität sehr gering. Preis sehr hoch, per Logel 1142-1145 Mk. "Preise wie St. Martin noch keine erlebt hat." Alte Weine per 1000 Liter Mk. 1800-2000.

1917.

10. September: Portugieserherbst. Qualität sehr gut. Die Logel 120 Mk. 1000 Liter Wein 3600-4000 Mk.

26. September: Weißherbst. Qualität sehr gut. Quantum ½ Herbst. Preis unerhört hoch 1000 Liter 3300-3600 Mk.

1918.

- - -

1919.

8. Oktober: Allgemeine Weinlese. Ein guter halber Herbst. Von Krankheiten blieb unsere Gemarkung verschont. Die Qualität wird ungefähr die des 1918er Weines erreichen. Durch-

schnittsgewicht 70 Grad. Für neue Rotweine werden 4400-4500 Mk. und mehr verlangt, für ältere Weine 6500 und mehr.

1920.

30. September: Allgemeine Weinlese. Der Traubenbehang ist sehr schön. Ein guter halber Herbst. Die Qualität der Weine von 1918 und 1919 wird übertroffen. Mostgewicht von 72-86 Grad. Die Logel Portugiesermost kostet 200 bis 250 Mark.

1921.

22. September: Allgemeiner Herbst. Die Reben stehen sehr schön. Der Behang ist reichlich. Die Trauben sind vollständig gesund und von hervorragender Süße. Quantität ¾ Herbst. Einer der besten Weine der letzten Jahrzehnte. Mostgewichte von 100 Grad und mehr. Neue Weine kosten 6000 Mk. und mehr, alte Mk. 5500-6000.

1922.

28. September: Allgemeine Weinlese. Die Reben stehen schön. Unsere Gemarkung zählt mit zu den schönsten am ganzen Gebirg. Dreiviertelbis Vollherbst. Die Qualität entspricht jener des Jahres 1920. Die Preise schwankten.

1924.

1. Oktober: Unsere Weinberge stehen sehr schön. Die Trauben sind gesund und vollständig wurmfrei. ¾ Herbst. Alte Weine kosten 400-500 Mk.


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