III. (2)
Gemeinde gehe
zugrunde. Am Haus des Metzgers Fischer (oberhalb der Krone am
Bach) stürzte eine Mauer ein; eine Kuh, die zum Schlachten
bestimmt gewesen, wurde fortgeschwemmt und ging zugrund. Der
angeschwemmte Schutt und das Wasser hatten im Wiesenteich ungeheuren
Schaden angerichtet. Der Wolkenbruch war hauptsächlich in
den Walddistrikten "Wolsel, Hüttenberg und Kirchbrunnen"
niedergegangen. Am Anfang und Ende des trockenen Juli 30 Grad
Hitze. "Man war die große Hitze leidig." August
trocken und 25 bis 28 Grad Wärme. September gleichfalls
warm und trocken. Es gab einen sehr guten Wein. Bereits am 4.
August helle Beeren, am 1. September kann man Trauben abbrechen,
wo man will. Herbstanfang den 5. Oktober. Das Fuder gilt 110
bis 115 fl.
Die Jahre 1857, 1858, 1859 waren so ziemlich gleich mit dem "Weingeben"
und mit der Güte. "Ueberhaupt war es sehr guter Wein,
daß der I859iger Wein im Herbst 1860 den Preis gehabt hat
von 170 bis 180 fl."
1860. Januar, Februar, März
und April kalt und Regen. Gegen Ende April und anfangs Mai trocken
und kalt; der übrige Mai trocken, warm und etwas Regen.
Juni und Juli trocken und kühl. Am 24. Juni zeigten sich
die ersten Traubenblüten, bis zum Verblühen vergingen
drei Wochen.
Es war immer kalt und dabei sehr trocken; der 28. Juli brachte
ausgiebigen Regen, "daß alles zufrieden war."
August und September waren naß und kühl, "daß
die Trauben kaum zeitig geworden sind." Am 12. Oktober fiel
Schnee und die Berge warmen am folgenden Tag weiß. Auch
auf dem Land blieb der Schnee eine kurze Zeit liegen. Späterhin
wurde das Wetter besser und die Trauben wurden reif. Die ersten
hellen Beeren konnte man am 25. August finden.
Am 22. Oktober begann die Lese.
Es gab einen halben Herbst. Der Wein wurde bei 16 Grad Mostgewicht
gering und hatte bei einem Preis von 70-80 fl. wenig Absatz.
Kartoffeln und Früchte (Getreide) hat es "so ziemlich"
gegeben und gut; Aepfel und Birnen in Menge.
1861. Der Jenner brachte in den
ersten Tagen viel Schnee, am 6. auf einen Tag zehn Grad Kälte
(Reaumur), bis zum 16. vier bis sechs, am 16. wieder auf zwei
Tage 10 Grad, dann zwei bis vier Grad Kälte. Februar gelind
und trocken; März kalt, Regen und Nebel. April und Mai trocken
und kalt. Am 2. Mai sind die treibenden Augen an den Reben erfroren,
so daß in manchen tiefer liegenden Gewannen besonders im
Feld von Maikammer und im Unterland die Wingert an Johanni noch
warmen wie an Weihnachten. Dabei waren anfangs Januar die Reben,
"an denen es
sechs Tage lang
Glatteis" gehabt, bereits schon einmal erfroren gewesen.
Durch den zweitägigen Frost anfangs Mai stieg der 59er Wein
im Preis auf 190 bis 200 fl.
Mit dem 26. Mai wurde es recht warm. Der 29. Mai brachte ein
starkes Gewitter. In einigen Gegenden außerhalb St. Martin
machten Schloßen an diesem Tag viel Schaden. Der Juni blieb
warm, vom 20. ab auf acht Tage 28 bis 29 Grad Hitze. Die Wingert
haben noch in diesem Monat verblüht; weil aber der Juli
viel regnerisches Wetter brachte, machte der Wurm sehr viel Schaden.
August und September wieder eine große Wärme, manchmal
von 25 Grad. Vom 21. September ab trat auf einige Tage Regen
ein, "daß der Wein ausgezeichnet geworden ist, dem
34iger gleich." Den 8. und 10. August konnte man hin und
wieder helle Beeren finden. Der Herbst begann am 5. Oktober.
Es war ein kleiner Halbviertel-Herbst. Der Morgen gab durchschnittlich
20-22 Hotten Most von 20 und 21 Grad Gewicht. Das Fuder, 1000
Liter, kostete von der Kelter weg 180-200, später 220 Gulden.
"Im Hornung habe ich", schreibt Lorenz, "verkauft
zu 230 Gulden."
Gegen die Ebene, das flache Land, hin, so auch in Maikammer und
Edenkoben, wie in der ganzen Pfalz "hat es gar nichts gegeben."
Der Oktober
war warm, der
November regnerisch. Das Simmern Kartoffeln kostete 32 bis 36
Kr., der Zentner Korn 5 fl. 40 Kr.
1862. Der Winter 1861/62 sehr
gelind. Am 16. Januar auf acht Tage 4-6 Grad Kälte. Dann
wieder besser. Februar auch gut, nicht sehr kalt, kein Schnee,
etwas Regen; der März meist auch gut und trocken; ab 14.
bis 21. Regen mit Nebel an den Bergen besonders am 19., 20.,
21. Die Kirschbäume standen Ende März in voller Blüte.
April bis auf den 14, 15. und 16. warm und trocken. Augen an
den Reben, die Zoll lang gewachsen waren, sind an den letztgenannten
drei Tagen erfroren. Auch der Mai war gut. Am 11. Mai Kornblüte,
am 23. hat Eisele im Finsterland Traubenblüte, den 29. findet
man diese allgemein in allen Sommerlagen. Der letzte Mai sieht
noch Weichselkirschen und Blüten von Malvesier- und Gutedel-Reben.
Anfangs Juni Stehen die Reben in voller Blüte. Am 16. d.
M. haben die Wingert verblüht. Vom 10. bis 28. Juni regnerisch
und kalt. Dann war es wieder warm durch Juli, August, September
bis Oktober; ab und zu Regen.
Die Wingerte hatten viel Trauben hervorgebracht und ein großer
Herbst stand in Aussicht. Aber Schon im Juni wurde die Krankheit
angetroffen. Im Juli zeigte sich dieselbe sehr stark,
besonders in
den Gewannen Ueberfeld und Markbach. Als die Trauben Schon wie
Erbsen gewachsen waren, wurde die Krankheit So arg, daß
an manchen Plätzen alles oder bis auf weniges zugrunde ging
und viele Wingert, die ein Fuder hätten geben können,
keine Ohm Wein gaben. In St. Martin, Maikammer und Edenkoben
war die Krankheit Sehr Stark, wie noch in anderen Gegenden der
Pfalz. Im Ober- und Unterland gab es Sehr viel und Sehr guten
Wein, der etwas geringer war wie der vom vorhergehenden Jahr.
Der Most hat 19-20 Grad gewogen. Lorenz bekam in einem jungen
Wingert, der 1861 gesetzt war, "also das zweite Gewächs",
zehn Liter Most, der auf der Mostwage des Weinkommissionars Eisele
88 Grad wog. Bereits am 29. Juli konnte man die ersten hellen
Beeren finden. In Maikammer, wo die Trauben sehr krank waren,
begann die Weinlese am 23. September, zu St. Martin und Edenkoben
am 29. September, in den übrigen Orten am 6. Oktober. Im
Herbst wurde wenig Most und Wein abgesetzt, das Fuder (1000 Liter)
zu 110 und 115 fl.
1863.
Im "Jenner"
und Februar gelinde Witterung; der März etwas naß,
aber doch gut; April und Mai waren gut; Juni, Juli und August
sehr warm. Allgemein hoffte man auf einen guten Herbst. Der September
aber war naß und kühl
und der Herbst
entsprach nicht den Erwartungen. Es hat nicht ganz einen halben
Herbst und einen geringen Wein gegeben, "geringer wie der
1862er. Auch an Quantum weniger." Die Krankheit stellte
sich beizeiten wieder ein und allgemeiner wie voriges Jahr, doch
nicht so verderblich. Viele Trauben wurden faul. Der Most hat
17-18 Grad gewogen. Der Absatz war Schwach; das Fuder wurde mit
100-110 fl. bezahlt.
Die Reben hatten im Juni verblüht. Den 10. August wurden
die ersten hellen Beeren gefunden. Die Weinlese begann in Maikammer
am 8., in St. Martin am 12. Oktober. "Es hat viel Früchte
und Kartoffeln gegeben. Der Zentner Korn 3 fl. 40 Kr. und das
Simmern Kartoffeln oder 34 Pfd. 20 Kr."
"Am 21. Dezember 1863 haben wir ein Starkes Gewitter gehabt
mit Donner und Blitz."
1864. "Der Winter 1863 bis
Neujahr sehr gelind. Auf den Neujahrstag hat es Sich geändert,
und es wurde Sehr kalt, daß seit vielen Jahren nicht so
kalt war." 7 bis 9, manchmal 5 bis 7 mindestens aber doch
8 bis 9 Grad Kälte, "den ganzen Jenner, So daß
der Rhein zugefroren ist." Im Februar auch immer 3 bis 4
Grad Kälte. Der März trocken und kühl, April und
Mai meistens trocken; im Juni hat es etwas geregnet; Die Kälte
im Winter verursachte vielen Schaden
in den Wingerten besonders in
den jungen von 4 bis 5 Jahren. Auch alte haben viel gelitten.
Alte oberen Wurzeln sind erfroren.
Acht Tage vor Johanni fingen die Wingert allgemein an zu blühen.
Dann gab es aber sehr kaltes Wetter und die Reben hatten mitte
Juli kaum verblüht. 1863 und 1864 gab es Sehr viel Rebsticher.
Von mitte Juli bis anfangs September sehr trocken. Herbstanfang
am 17. Oktober. Einen Drittel-Herbst; der Most wiegt 18 und 19
Grad. Der Wein ist etwas besser wie der von 1863. In Baden und
Württemberg hat es nichts gegeben; darum hat der Wein viel
Absatz zu 115 und 120 fl. per Fuder.
Kartoffeln hat es in diesem Jahr nicht viel gegeben, Rüben
gar keine, aber Früchte (Getreide) genug "und das Brot
wohlfeil."
Bis in den Winter hinein blieb das Wetter trocken, daß
die Saat Sehr schlecht aufging. Anfangs Dezember hat Lorenz noch
Spelz gesät.
1865. Die erste Woche im Januar 8 bis 9 Grad
Kälte, dann vier Wochen lang viel Schnee und Regen; vom
8. Februar ab wieder acht Tage 8 bis 9 Grad Kälte, dann
wieder Schnee und Regen bis zum 19. März. Jetzt vier Tage
lang heller Himmel, Nordwind und 6 bis 7 Grad Kälte. Der
Rest des Monats etwas kalt und Schnee.
Am 1. April lag "das ganze
Land in Schnee gehüllt." Doch die Witterung war gelind
und es wurde jeden Tag wärmer, "daß in acht Tagen
die Sonne Sämtlichen Schnee ohne einen Tropfen Regenwetter
aufgeleckt hatte." April und Mai sehr warm, von Zeit zu
Zeit Gewitterregen, so daß die Natur "anzusehen als
ein Treibhaus" und am 20. Mai die Frühkirschen reif
geworden sind. Den 24. Mai wurde hin und wieder Traubenblüte
angetroffen. ende Mai und im Anfang des Juni stehen alte Reben
in voller Blüte; am 10. Juni hatte altes verblüht.
Juni, Juli, August und September warm und trocken, 25 und 30
Grad.
Am 22. Juli nachmittags vier Uhr trieb ein Sturmwind altes Obst
von den Bäumen. "Am 12. August hat es einen guten Regen
getan."
Die ersten hellen Beeren an Jakobi (25. Juli) auf der Held. "Auf
die Kirchweihe (6. August) bei Wolfwirt Eisele neuer Wein ziemlich
gut zu trinken."
Vom 1. September ab hat es keinen Tropfen mehr geregnet. Der
Wein wurde "so gut, daß et alle Weine vom Jahr 1811,
1834, 1846 überhoffen hat in seiner Stärke und Feinheit
mit Süße."
Der Herbst begann in Maikammer am 29. September, in St. Martin
und den übrigen Orten
am 2. Oktober. Die Trauben waren
gesund. Durch die strenge Hitze und Trockenheit im halben September
wurden sie welk und "zusammengehutzelt", daß
allgemein gejammert wurde, wir werden viel "Brocks griegen".
Im Herbst aber ereignete sich das Gegenteil; es war eitel Brühe
und alles sehr gut, ja vorzüglich. "Der Tröbermost
auf der Kelter war so markig, daß man die Kelter viermal
hat schneiden müssen."
Der Most hat nach den Aufzeichnungen von Will 22 bis 24, nach
denen von Lorenz 95, 100, 105 und 110 Grad gewogen. (Es dürften
dies Grad nach Oechsle gewesen fein.) Lorenz schreibt weiter:
"Was bessere Sorten waren wie Rolandi und Traminer konnten
nur mit Mischung von Wasser gewogen werden und hatten 120 bis
130 Grad." Das Fuder Wein kostete im Herbst 200 bis 220
fl. "Ich verkaufte 22 Ohm zu 200 und einen Kronentaler das
Fuder" und erntete 14 Fuder. "Ausgangs Oktober verkaufte
ich (Lorenz) wieder fünf Fuder zu 220 fl. und einen Kronentaler
in den Kauf. Im Frühjahr 1866 drei Fuder verkauft an Rall
im Neckarthal 286 per Fuder."
"Es lebe noch einmal der 1865er Wein!" endet Will seine
Aufzeichnungen für dieses Jahr.
1866.
Das ganze Frühjahr gelind
mit Regen. Ab 12. April trocken und warm. Der Mai kühl
und regnerisch, vom 21. an warm
und trocken bis ende Juli. An Johanni fingen die Wingert an zu
blühen. Verblühen gut bis zum Ende Juni.
August und September brachten viel Regen. Ende Juli stellte sich
an manchen Plätzen die Krankheit ein und verbreitete sich
im August über das ganze Feld; "scheint aber heute
den 20. August nicht arg zu schaden."
Am 7. August wurden die ersten hellen Beeren gefunden. "Durch
den vielen Regen und die kühlen Nächte aber machten
die Trauben keine Fortschritte. Es hat einen Dreiviertelherbst
gegeben und ein Mostgewicht von 17-18 Grad. Wein wurde wenig
verkauft. Der Preis bewegte sich im Herbst zwischen 100 und 110
fl. Die 65er Weine wurden zu 300-310 fl. abgesetzt. Der Wein
von 1866 kostete im Sommer 1867 einhundert Gulden.
1867. März und April sehr naß; darüber
altgemeiner Jammer. Mai ziemlich gut. Am 13.Juni läßt
sich hin und wieder Traubenblüte finden. Einige schlechte
Tage sind der Blüte hinderlich. Dann wird das Wetter wieder
gut. Anfangs Juli haben die Wingert vollständig verblüht.
Am 6. Juli wurde im "Ueberfeld" die Krankheit angetroffen.
Als die Traubenbeeren waren wie große Erbsen, nahm die
Krankheit überhand; ein
Drittel der Trauben ging daran
zugrund. Herbstanfang am 17. Oktober. Es gab einen schwachen
halben Herbst. Der Wein war ziemlich trinkbar, fand aber im Herbst
zu einem Preis von 100 bis 105 fl. wenig Absatz. An Neujahr 1868
war gar kein Absatz. Der Wein stand auf 70-80 fl. Das Schwefeln
in den Wingert hat sich gegen die Krankheit gut bewährt.
(Lorenz.)
Die Ernte an Getreide fiel schlecht aus. Mit den Kartoffeln war
es besser. Diese kosteten im Spätjahr 20 Kr. per Simmern,
an Weihnachten 36 Kr. Der Laib Brot zu sechs Pfund kostete 24,
später 30 Kreuzer.
1868. Am 2. Januar 10 Grad Kälte nach Reaumur,
Der Winter war "nicht gelind". Am 7. April die ersten
Kirschblüten. Der Mai ziemlich gut. Den 12. Mai Kornblüte.,
am 27. die ersten Rebenblüten. Bis zum 11. Juni ,hatten
die Trauben noch nicht ganz verblüht.
Den Gewittern anfangs Juni folgten kalte Nächte mit 9 und
10 Grab Wärme.
Auf Johanni (24. Juli) hat Lorenz im Feld von Kirrweiler Korn
geschnitten, am 13. auf dem Klosteracker Spelz.
Der Sommer brachte für die Wingert ziemlich günstiges
Wetter. Der September war trocken, die letzten acht Tage dieses
Monats brachten viel Re-
gen. Sommer und Aussehen der
Trauben ließen einen Wein erhoffen, dem von 1865 gleich.
Doch entsprach der neue Wein den Erwartungen nicht. Der Most
hatte 68-70--75 Grad. Die heute hatten mit einem Weinpreis von
150 fl. pro Fuder gerechnet. Für dieses Geld wurde nur wenig
verkauft, mehr zu 120 fl. Ende Herbst und nach demselben erzielte
man nur 105 und 100 fl. Es hat stark einen Dreiviertel-Herbst
gegeben. Die Weinlese begann am 5. Oktober.
1869. Am 11. Juni die ersten Traubenblüten.
In der Morgenfrühe war es sehr kalt, 5-6 Grad Wärme.
Der Wurm richtete großen Schaden an.
Den 13, August die ersten hellen Beeten. Der Wurm macht vor dem
"Zeitigen" nochmals "arg Schaden", daß
es ein "stark Viertels Herbst" gab. Herbstanfang 14.
Oktober. Mostgewicht 85-90 Grad.
1870. Spätes Frühjahr. Vom halben März
kein Regen mehr. Ausgangs Juli beim Beginn des Krieges acht Tage
vor Johanni fingen die Wingert an zu blühen. Sie hatten
bei Sehr gutem Wetter in acht Tagen verblüht. Der Wurm machte
Sehr viel Schaden. Am 8. August die ersten hellen Beeren. Nochmals
viel Wurm. Es gab einen halben Herbst. Das Fuder Wein kostete
in und nach dem Herbst 105 fl., im Frühjahr 1871 = 150 fl.
Durch den dürren Sommer
und den urplötzlichen Ausbruch des Krieges am 19. Juli gab
es eine "ungeheure Teuerung". Das Pfund Kartoffeln
wurde häufig mit 6 Kreuzern bezahlt. Die Sache änderte
sich aber bald wieder.
1871. Am 10. Februar morgens sechs Uhr starkes
Erdbeben. Ausgangs März ziemlich trocken und warm. In manchen
Gewannen waren die Reben stark verfroren. Das Frühjahr war
nicht gut. Am 20. Mai 2 Grad Wärme. Immer naß und
kalt. Die Trauben verblühten mitte Juli, hatten viel Regen
dabei, aber doch warm. Der Wurm machte im Juli und September
vielen Schaden. Den 2. September die ersten hellen Beeren. Der
September bis zum 21, trocken, dann wieder viel naß. Herbstanfang
19. Oktober. "Es gab ganz wenig Wein und sauer". Im
Herbst wurde wenig verkauft zu 100 fl. Der Most wog 50-60 Grad".
1872. Der ganze Sommer naß, nur der September
ganz trocken. "Das Holz in den Wingerten war vom 71iger
schlechten Sommer sehr unzeitig, daß es über Winter
total verfror. Das wenige, was sich erhielt, der Wurm verderbte.
An den Bergwingerten gabs noch ein wenig Wein."
"Der Most wog 70-80-85 Grad. Es wurde die Hotte zu 10 fl.
verkauft. Dann aber war kein Absatz mehr, bis die Wingert im
Jahr 1873 verfroren." Jetzt wurde der Wein mit 300 fl. bezahlt.
1873. Der Winter war ziemlich gelind. Den 26.-April
hatten wir -einen -Grad Reaumur Kälte. Die Wingert waren
zum Teil einen Zoll lang vorgetrieben, viele noch in der Wolle.
Verfroren in manchen Gewannen total. Auf dem Wingertsberg und
Unterfeld am ärgsten. Das mittlere Feld hat sich gut erhalten.
Der ganze Mai war kalt, daß den ersten Juni, "als
ich das schreibe", die Wingert noch weit zurück sind
im Wachstum. Der 70iger Wein kostet über 400 fl., 71iger
200 fl. Am 24. Juni die erste Traubenblüte. Von da an meistens
naß. Am 19. August die ersten hellen Beeren. Ende September
und anfangs Oktober trocken und warm. Herbstanfang 14. Oktober.
"Der Wein ziemlich trankbar, in und nach dem Herbst 250
fl., im Januar 1874 = 215 fl."
1874.
Das Frühjahr war ziemlich
gut. Ende April waren d-i-e Wingert durchschnittlich einen Zoll
lang gewachsen. In der Nacht vom 29. zum 30. hatten wir einen
-Grad Wärme. In tieferen Lagen sind damals die Wingert stark
verfroren. Bis zum 19.Mai war es kalt. Das Thermometer wechselte
zwischen 2 und 5 Grad Wärme.
Den 13., 14. und 15, Juni waren in der Morgenfrühe 7 Grad
Wärme. Zu dieser Zeit häufig Traubenblüte, am
7. August helle Beeren.
Im August gab es mehrmals kühle Nächte, in den Morgenstunden
14-15 Grad Wärme. Am
11. oder 12. dieses Monats wehte
ein starker Wind mit Regenwetter. Dann wurde es trocken und warm
bis zum Herbst.
Der Wein wurde besser, als man geglaubt hatte. Der Most wog von
70-90 Grad. Im Herbst war viel Absatz. Das Fuder kostete 140-150
fl., gegen Weihnachten 200 fl. und darüber.
1875. März, April und Mai sehr trocken,
im Juni ein wenig Regenwetter. Am 16. bis 18. Juni fingen die
Trauben an zu blühen, an Johanni hatten sie ziemlich verblüht.
Den 16. und 18. Juli schwere Gewitter. Von da ab ziemlich trocken.
Den 3. August die ersten hellen Beeren angetroffen. 4. und 5.
August viel Regenwetter.
"Wein gab es im Ueberfluß", in sechs Vierteln
durchschnittlich 8 Fuder. Der Most wog 65 bis 80 Grad. Im Herbst
ging ein reges Geschäft zu 90-110 fl.
1876. Lang andauernder Winter. Im März viel
Regenwetter. April und Mai sehr trocken und kalt. Ende April
die Wingert kaum fingerslang gewachsen. Den 13. Mai Schnee in
den Bergen. Bis halben Mai hatten wir morgens 3-4 Grad Wärme.
Im 1875iger Wein war um diese Zeit schwacher Absatz zu 130 fl.
per Fuder.
Den 19. Juni im Garten die ersten Traubenblüte getroffen.
Juli und August waren ziemlich
gut, der September, "arg schlecht". Ausgangs September
herrschte die allgemeine Meinung, der ,Wein würde sauer
werden.
Der Oktober brachte in feinem Anfang vierzehn schöne Tage
mit viel Tau und Sonnenschein.
Herbstanfang 19. Oktober. Es gab einen Drittels-Herbst. Der Most
wog 70-90 Grad. "Ich wog einen von 100 Grad". Im Herbst
war ziemlich Absatz. Das Fuder wurde zu 150-170 fl. verkauft.
Der
bereits oben erwähnte Georg Straub, der neben bei eine größere
Branntwein-Brennerei betrieb, zeichnet alljährlich den Ertrag
seiner in den verschiedensten Gewannen der Gemarkung gelegeneu
Weinberge auf. Er erzielt:
|
1844 |
aus 9 Wingerten - 6½ Viertel
- 61 Hotten Most. (Trankbarer Wein. Herbstanf. 17. Oktober.) |
|
1845 |
aus 9 Wingerten - 6½ Viertel
- 26 Hotten. (Geringer Wein. Herbstanfang 20. Oktober). |
|
1846 |
aus 10 Wingerten - 7 Viertel - 88 Hotten.
(Hauptwein. Herbstanfang 6. Oktober). |
|
1847 |
aus 12 Wingerten - 8 Viertel - 216
Hotten. (Ganz geringer Wein; Herbstanfang 18. Oktober). |
|
1848 |
aus 14 Wingerten - 9½ Viertel
- 121 Hotten Most. (Sehr guter Wein; Herbstanfang 12. Oktober). |
|
1849 |
aus 14 Wingerten - 9½ Viertel
- 125 Hotten. (Trankbarer Wein; Herbstanfang 15. Oktober). |
|
1850 |
aus 16 Wingerten - 11½ Viertel
- 158 Hotten. (Ganz geringer Wein, geringer als 1847; Herbstanfang
21. Oktober.) |
|
1851 |
aus 17 Wingerten - 11½ Viertel
- 98 Hotten. (Schlechter, ganz geringer Wein; Herbstanfang 24.
Oktober). |
|
1852 |
aus 15 Wingerten - 12½ Viertel
- 87 Hotten. (Guter Wein; Herbstanfang 11. Oktober.) |
|
1853 |
aus 15 Wingerten - 12½ Viertel
- 144½ - Hotten. (Geringer Wein; Herbstanfang 24. Oktober). |
|
1854 |
aus 18 Wingerten - 13½ Viertel
- 53 Hotten. (Guter Wein; Herbstanfang 18. Oktober). |
|
1855 |
aus 18 Wingerten - 13½ Viertel
- 146½ Hotten. (Auch trankbarer Wein; Herbstanfang; 22.
Oktober). |
|
1856 |
aus 19 Wingerten - 13¼ Viertel
- 12½ Hotten. (Die Hotte Most zu 40 l gilt im Herbst 4
fl. bis 4 fl. 20 Kr., 3 fl. 48 Kr. zuletzt 3½ fl.; Herbstanfang
22. Oktober.) |
|
1857 |
aus 19 Wingerten - 13¼ Viertel
- 204 Hotten. (Die Hotte gilt 4 fl. bis 4 fl. 20 Kr.; Herbstanfang
12. Oktober). |
|
1858 |
aus 19 Wingerten 190 Hotten. (3 fl.
bis 3½ fl. pro Hotten. Herbstanfang 18. Okt.). |
|
1859 |
aus 22 Wingerten 201 Hotten. (3 fl.
20 Kr. bis 30 Kr. pro Hotte; Herbstanf. 5. Okt.). |
|
1860 |
aus 24 Wingerten 286 Hotten. (Dabei
ein Wingert im Feld von Alsterweiler mit einem Ertrag von 17
Hotten; Herbstanf. 22. Okt.). |
|
1861 |
aus 24 Wingerten 97½ Hotten.
Most gilt im Herbst 6 fl., das Fuder Wein 200 fl.; Herbstanfang
10. Oktober). |
|
1862 |
aus 27 Wingerten 255 Hotten. (Herbstanf.
29. September). |
|
1863 |
aus 24 Wingerten 274½ Hotten.
(Herbstanf. 12. Oktober). |
|
1864 |
aus 27 Wingerten 216 Hotten. (Die Hotte
Most im Herbst 3 fl. 30 Kr. bis 40 Kr., Wein 115 bis 125 fl.
pro Fuder; Herbstanf. 17. Oktober). |
|
1865 |
aus 26 Wingerten 324 Hotten. (Die Hotte
gilt 7 fl.; Herbstanfang 2. Oktober). |
|
1866 |
aus 31 Wingerten 534 Hotten. (Herbstanf.
15. Oktober). |
|
1867 |
aus 33 Wingerten 398 Hotten. (Herbstanf.
17. Oktober). |
|
1868 |
aus 35 Wingerten 635
Hotten. (Herbstanf. 5. Oktober). |
|
1869 |
aus 34 Wingerten 275
Hotten. (Herbstanf. 12. Oktober). |
|
1870 |
aus 36 Wingerten 455
Hotten. (Herbstanf. 10. Oktober). |
|
1871 |
aus 37 Wingerten 131
Hotten. ("Seit 1817 keiner so schlecht geboren". Herbstanfang
19. Oktober). |
|
1872 |
"in sämtlichen
10 Morgen Wingert 33 Hotten voll Most, lauter Brocken".
Herbstanf. ? Oktober). |
|
1873 |
aus 33 Wingerten 387
Hotten. (Herbstanfang 14. Oktober). |
|
1874 |
aus 31 Wingerten 546
Hotten. (Herbstanfang 5. Oktober). |
|
1875 |
aus 29 Wingerten 879
Hotten. (Aus einem Wingert im Feld von Kirrweiler 82 Hotten;
Herbstanfang ? Oktober). |
|
1876 |
aus 31 Wingerten 410
Hotten. (Der Wingert in Kirrweiler 20 Hotten; Herbstanfang 19.
Oktober). |
|
1877 |
aus 31 Wingerten 466
Hotten. (Der Wingert in Kirrweiler 33 Hotten; Herbstanfang 22.
Oktober). |
|
1878 |
aus 25 Wingerten 123
Hotten. (Der Wingert in Kirrweiler 33 Hotten; Herbstanfang 22.
Oktober). |
1878 aus 25 Wingerten
123 Hotten. (Die Wingert im Ueberfeld geben nichts; Herbstanf.
7. Oktober).
Aus dem Hausbuch Straub dürfte vielleicht eine "Warnung
für die Nachkommenschaft" von Interesse sein. Diese
lautet: "Im Jahr 1846, 47 und 48 hat das viertel Wingert
500 bis 560 Gulden gekostet nämlich auf der Hardt, Raubfeld,
Aecker, Thorwingert in den besten Lagen.
Dann vom Jahr 49 an fingen sie an abzuschlagen und kamen bis
zum Jahr 1853 auf 200 fl. herab in den besten Lagen und noch
unter 200 fl. in den geringeren Lagen nämlich in den Riethgewannen
Ueberfeld und sonst noch in geringen Lagen kauft und steigt man
das viertel Wingert um 100 fl. bis 115 fl. Wenn die Güter
ihren höchsten Preis erreicht haben so fangen sie wieder
so nach und nach an zu sinken bis auf den niedrigsten Preis.
Wer von euch Kinder Geld oder Wein hat, der hüte sich ein
Viertel Wingert um 500 fl. zu kaufen oder zu steigen, leihe sein
Geld lieber aus oder laß es in dem Komod liegen".
Ueber die
Trauben
Krankheit (das Graue, Oidium)
lesen wir im
gleichen Buch:
Die Krankheit an den Trauben nahm 1851 im halben August ihren
Anfang. Die Trauben waren kaum halb ausgewachsen. Besonders an
den Malvasier
sahen zunächst
Beerchen, später ganze Trauben aus "wie in der Asche
herumgeschmiert". Gegen Ende August fand man die Krankheit
auch an Gutedel und Franken.
Die von der Krankheit befallenen Beerchen wuchsen nicht mehr
viel, die Reben wurden fleckig, das Laub aschgrau und die Trauben
wurden welk und fielen zur Herbstzeit ab.
Einige Traubensorten blieben von der Krankheit verschont.
1852 setzten die Krankheiten in den letzten Tagen des Juli wieder
ein aber bedeutend stärker als im Jahr zuvor ."Laub
und Trauben gaben einen wüsten Geschmack". Die Trauben
wurden an verschiedenen Plätzen schwarz und sprangen auf.
Diese mußte man im Herbst hängen lassen.
1853 kam die Krankheit wiederum stärker. Einige der 1852
befallenen Weinberge waren 1853 ziemlich davon frei. 1854 erschien
die Krankheit anfangs August abermals, jedoch nicht so stark
wie in den vorausgegangenen Jahren. 1855 fand man die ersten
Spuren von dem Uebel am 8. und 10. August. - 1856 am 18. Juli.