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'Erinnerung an die Einweihung dieses Schulhauses und
an die 700jährige Regierung des Hauses Wittelsbach - 25. August 1880'
,
steht in goldenen Lettern über dem Eingang des St. Martiner Schulhauses.
Wie sehr ergeben man hierorts dem Bayerischen Königshause war,
dokumentiert ein Tagebucheintrag von Heinrich Lorenz:
"Am 18. September 1888 kam der Prinzregent, S. Kgl. Hoheit Prinz Luitpold, in die Pfalz, um auf 12 Tage
Aufenthalt auf der Villa Ludwigshöhe zu nehmen ...
Überall war aus diesem Anlaß Jubel und Freude.
Großer Enthusiasmus und Begeisterung, wo er hinkam.
Am 21. [ein Freitag] gingen alle hiesigen Vereine und Schuljugend, fast die ganze Gemeinde, an den Edenkobener
Bahnhof, um dort bei Rückkunft des Prinzregenten, der an diesem Tage in Zweibrücken war, Spalier
zu bilden. Natürlich war auch Musik dabei...
Am 27. besuchte S. Kgl. Hoheit auch die hiesige Gemeinde, besichtigte die Kirche und ging auch auf die
Kropsburg."
Auch Ludwig I., 1825 - 1848 König von Bayern, der alle zwei Jahre auf seinem Sommersitz
"Villa Ludwigshöhe" in Edenkoben weilte,
kam hin und wieder auf seinen Wanderungen durch den Haardtwald zur Kropsburg.
Das Elend in der Arme-Leute-Kolonie, die sich dort seit Gottlob Amands Tagen in den alten Mauern
gebildet hatte, rührte sein königliches Herz und veranlaßte ihn, vor dem Eingang zum äußeren Burghof
einen Brunnen erstellen zu lassen; die "Privatschatulle" Ludwigs öffnete sich, um die Anlage zu finanzieren.
Den Verlauf der Einweihung schildert uns wieder Heinrich Lorenz:
"Bei der Einweihung des 'König-Ludwig-Brunnens' im Jahr 1862 war der unvergeßliche, leutselige Fürst
selbst zugegen. Die beiden Herren Geistlichen (Pfarrer und Kaplan), Bürgermeister, Gemeinderat, das
Lehrpersonal, der Cäcilienverein und eine große Anzahl Bürger waren bei dem Brunnen versammelt, um
den hochherzigen Geber zu begrüßen und ihm zu danken. Kaum waren die nötigen Vorbereitungen zum
würdigen Empfang des hohen Besuchs getroffen, so trat er mit jugendlicher Rüstigkeit, im einfachen
Anzug ganz unvermutet aus einer buschigen Waldesstelle hervor, was umsomehr alle Anwesenden angenehm
überraschte. Nach Begrüßung von seiten des Herrn Pfarrers und nach dem Absingen der Königshymnen,
besah der hohe Gast den nach seinem Namen benannten Brunnen und unterhielt sich dann freundlich mit
einigen Bürgern. Einen dargereichten Trunk St. Martiner Weines nahm der hohe Herr dankend an."
Im Vergleich mit der 'Ludwigsstadt' Edenkoben ist es zwar nur ein Brosamen,
der damals für St. Martin von der königlichen Tafel gefallen ist, doch die
liebenswürdige Art dieser Hinterlassenschaft des Monarchen auf St. Martiner Gemarkung verdient es,
auch heute noch in Ehren gehalten zu werden.
Abb. links: Heinrich Lorenz. Gründervater des St. Martiner Winzervereines. Bürgermeister in St. Martin 1905-10.
Aufnahme um 1890.
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